Rooms / Stages
Helmut Newton One-off Album
5. Juni 2026 – 15. November 2026
Berlin. Die Helmut Newton Foundation verschiebt im Sommer 2026 mit „Rooms / Stages” und „Helmut Newton’s One-off Album” ihre kuratorische Perspektive. Nicht mehr der Körper, nicht die Geste stehen im Mittelpunkt — sondern der Raum, der sie einst umgab.
Die Gruppenausstellung im vorderen Bereich des Museums für Fotografie versammelt rund ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler*, die sich einem gemeinsamen Thema widmen, ohne einer gemeinsamen Handschrift zu folgen. Manche inszenieren Porträts und Tanzszenen in bewusstem Dialog mit dem Interieur. Andere arbeiten mit Langzeitbelichtung, bis die Figur im Raum verschwimmt und der Raum selbst zur Hauptfigur wird. Wieder andere zeigen schlicht den leeren Raum. Kein Mensch, kein Ereignis. Nur Wände, Licht, Stille — und die Frage, was ein Ort zurücklässt, wenn niemand mehr darin ist.
Im Hauptsaal trifft man Newton in seiner monumentalen Form. Seine Schauplätze — Hotelzimmer in Paris, Ateliers in Mailand, Penthäuser in New York, eine Garage in Monte Carlo — waren keine neutralen Hintergründe. Sie waren Teil der Bildsprache. Newton betrat einen Ort und machte ihn zu etwas anderem: Regisseur, Bühnenbildner und Fotograf in einer Person. Was seine Bilder trägt, ist genau dieser Widerspruch — die kühle Architektur auf der einen Seite, die Spannung, die er mitbrachte, auf der anderen.
Den Abschluss bildet das One-Off Album, das Newton 1999 für den Sammler Gert Elfering zusammenstellte und heute zur Nicola Erni Collection gehört. 103 kleinformatige Originalabzüge — schwarz-weiß und Farbe, auf Karton montiert, von Newton selbst Hand beschriftet. Ein Titel, eine Anekdote, ein Fragment. Was wie ein persönliches Notizbuch aussieht, ist in Wahrheit eine Auswahl — und jede Auswahl ist ein Selbstporträt. Newton entschied, was erzählt wird. Zu sehen ist das Album zum ersten Mal außerhalb der Schweiz. Und zum ersten Mal in Berlin.
Rooms / Stages ist keine laute Ausstellung. Sie stellt keine großen Behauptungen auf. Aber sie stellt eine stille, beharrliche Frage: Was trägt ein Raum, bevor jemand ihn betritt — und was bleibt, wenn alle gegangen sind?
Rooms / Stages
*Mit Werken von Helmut Newton, Viktoria Binschtok, Götz Diergarten, Anna Lehmann-Brauns, Jana Sophia Nolle, Julia Peirone, Robert Polidori, Friederike von Rauch, RicardaRoggan, Georges Rousse, Gregor Schneider, Karen Stuke, Paolo Ventura.
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Ergänzende Beobachtungen zur Ausstellung habe ich im Beitrag Intermezzo: Revisiting Helmut Newton zusammengetragen.
Leyla Dirim, 04.06.2026
Entdeckungen meiner fotografischen Arbeiten darüber hinaus Leyla Dirim Photography